AustroPOPs

Monitoring von organischen Schadstoffen in Böden Österreichs

Sie kommen überall vor, können über weite Strecken transportiert werden und sich in der Nahrungskette anreichern: organische Schadstoffe belasten die Umwelt und gelangen über verschiedene Eintragspfade auch in unsere Böden. Besonders problematisch sind langlebige organische Schadstoffe (persistent organic pollutants, POPs). Sie können sich aufgrund ihrer Fettlöslichkeit in Menschen, Tieren und Ökosystemen anreichern und entstehen in erster Linie als Produkte unvollständiger Verbrennung.

Im Projekt AustroPOPs, an dem Bund und Bundesländer beteiligt waren, wurden wesentliche Grundlagen für die einheitliche Überwachung von organischen Schadstoffen in Böden geschaffen. Gleichzeitig wurden Möglichkeiten für ein nationales Monitoring ausgelotet. Dadurch konnte eine Beurteilung der Ausgangslage erfolgen, Datenlücken geschlossen sowie Methoden zur Probenahme und Analytik von organischen Schadstoffen national harmonisiert werden, um aus fachlicher Sicht künftigen Anforderungen sowohl nationaler als auch europäischer Entwicklungen zum Bodenschutz durch konsolidierte Daten zu begegnen.
POPs können bereits in geringer Konzentration bei lange dauernder Exposition zu Schädigungen des Immun- und Fortpflanzungssystems führen. Durch ihre Langlebigkeit stellen sie ein globales Problem dar. Einmal in die Umwelt freigesetzt, verweilen sie dort viele Jahrzehnte. Viele dieser Schadstoffe finden sich auch fern ihrer Eintragsquelle in der Umwelt – und im Boden. Bereits nachgewiesen wurden unter anderem polybromierte Diphenylether (PBDE) und per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS), die als Flammschutzmittel oder in der Textilindustrie eingesetzt werden. Aufgrund ihres Risikos für die menschliche Gesundheit und für die Umwelt sind POPs stark reglementiert und unterliegen Berichtspflichten an die EU.

Regional unterschiedliche Datenlage
In den letzten 30 Jahren wurden POPs und weitere organische Schadstoffe in 24 Studien durch die AustroPOP – Projektpartner:innen in den Bundesländern Vorarlberg, Tirol, Steiermark, Salzburg, Kärnten, Niederösterreich und Oberösterreich untersucht. Die Datenlage zur Belastung von Österreichs Böden, vor allem zu den erhobenen chemischen Verbindungen, ist sehr heterogen. Ein Großteil dieser Studien konnte in das BORIS Bodeninformationssystem des Bundes und der Bundesländer aufgenommen werden und steht für weitere Fragestellungen zentral zur Verfügung.
An 109 Standorten in den beteiligten Bundesländern wurden über 100 Schadstoffe erhoben und ausgewertet. Die Bewertung erfolgte – aufgrund fehlender nationaler Grenzwerte zu organischen Schadstoffen und POPs – anhand von bisherigen österreichischen Studien sowie vorliegenden Bewertungsgrundlagen wie der deutschen Bundesbodenschutzverordnung (BBodSchV 1999) bzw. Literatur nach dem Stand der Technik. Hinsichtlich der gemessenen Schadstoffgehalte wird im Einzelfall empfohlen, an Standorten mit erhöhten Konzentrationen der Herkunft der jeweiligen Schadstoffe nachzugehen.

Handlungsbedarf
Handlungsbedarf besteht insbesondere bei der (Weiter-)Entwicklung von nationalen Bewertungs-grundlagen. Durch weitere Erhebungen und die Auswertung bisheriger Studien gemeinsam mit den in AustroPOPs erhobenen Daten kann der derzeitige Wissensstand erweitert werden.
Für ein künftiges Monitoring von organischen Schadstoffen in Österreich wäre, da Bodenschutz in der Kompetenz der Bundesländer liegt, die Zusammenarbeit der Bodenexpert:innen aus Bund und Ländern bzw. eine Abstimmung der Bundesländer betreffend eine gemeinsame Vorgehensweise vorteilhaft. Die im Rahmen des Projekts AustroPOPs erarbeiteten Grundlagen und Erkenntnisse sowie die etablierten Erhebungssysteme bieten hinsichtlich Probenahme, Analytik und Datenaufbereitung bzw. -bereitstellung dafür eine Basis.

Projekt AustroPOPs
Das Projekt AustroPOPs wurde als Bund-Bundesländer-Kooperation der Bundesländer Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Steiermark, Niederösterreich, Oberösterreich und Kärnten sowie des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) als Auftraggeberin, des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) und des Umweltbundesamtes (Projektleitung) unter Beteiligung der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) und der Universität für Bodenkultur (BOKU) durchgeführt.

AustroPOPs ist ein Projekt der Forschungsplattform DaFNE des BMLRT

Projektlaufzeit: 2017 – 2021

Ansprechpartner Umweltbundesamt:
Mag. Monika Tulipan (Projektleitung)
Dr. Wolfgang Friesl-Hanl
Dr. Sigrid Scharf (Leitung Analytik)

aktuelle Projektergebnisse

Endbericht

Zum Endbericht: https://dafne.at/projekte/austropops

Film: Anleitung zur Probenahme

Anleitung zur Bodenprobenahme von Organischen Schadstoffen im Rahmen von AustroPOPS

KooperationspartnerInnen



links

Fachseite Schutz vor Umweltschadstoffen
Stockholm Convention
Bodeninformationssystem BORIS
Forschungsplattform DaFNE des BMNT

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